ISS: Wird die Luft knapp?

Die Kosmonauten erwägen, den betroffenen Bereich abzudichten, befürchten aber, dass dies den Gesamtbetrieb der Orbitalstation beeinträchtigen würde. Die russische Raumfahrtbehörde hat gesagt, dass sie mehr Sauerstoff zur ISS schicken kann, falls nötig.

Internationale Raumstation
Könnte die Luft auf der ISS knapp werden?

Was war passiert?

Die Internationale Raumstation verliert immer noch Sauerstoff, aber die Situation ist unter Kontrolle, sagte die russische Raumfahrtagentur Roskosmos am Samstag, und fügte hinzu, dass die Agentur bereit war, eine zusätzliche Versorgung mit Sauerstoff zu senden, wenn das Problem eskaliert.

Das Leck betrifft den russischen Teil der ISS, wobei sich der Fehler offenbar in einem Zugangsbereich zum Zvezda-Modul befindet. Der genaue Ort sei noch nicht klar, berichteten russische Medien.

„Wir haben dieses Leck schon seit geraumer Zeit, die Rate ist sehr gering, es ist nichts passiert. Eines der Lecks wurde gefunden und reduziert, aber es ist immer noch vorhanden“, sagte Roscosmos-Programmdirektor Sergei Krikalev gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Der Druck, die Quelle des Lecks zu finden, wächst, da die Sauerstoffreserven und der Luftdruck weiter abnehmen.

Schadensursache unbekannt

Ein 4,5 Zentimeter großer Riss wurde bereits im Oktober mit Hilfe eines schwimmenden Teebeutels aufgedeckt und abgedichtet.

Die Astronauten, die nicht wussten, was den Schaden verursachte, stellten dann fest, dass es ein weiteres Leck an einer anderen Stelle im selben Abschnitt des 20 Jahre alten Raumfahrzeugs gab. Bei einem Weltraumspaziergang im November konnten sie den Fehler jedoch nicht finden.

Die Astronauten erwägen die Möglichkeit, den betroffenen Abschnitt abzudichten und Sauerstoffreserven zu verwenden, sagen aber, dass dies den Gesamtbetrieb der ISS beeinträchtigen würde.

Alles ist unter Kontrolle

Roskosmos sagte, es bestehe keine Gefahr für die sieben Menschen an Bord der ISS, zu denen vier Amerikaner, zwei Russen und ein japanischer Astronaut gehören.

Der Chef der Agentur, Dmitri Rogosin, versicherte, dass es Sauerstoffreserven an Bord gebe und dass eine geplante Frachtlieferung im Februar Sauerstoff enthalten werde.

„Erstens, die Station selbst hat Sauerstoffreserven. Das heißt, wenn es notwendig ist, Sauerstoff und Stickstoff im Falle von atmosphärischen Druckverlusten aufzufüllen, haben wir solche Reserven. Und wir werden im Februar ein Frachtschiff zur ISS schicken. Es hat bereits einen Vorrat an Sauerstoff“, wurde Rogozin von der russischen Nachrichtenagentur TASS zitiert.

„Wenn es nötig ist, können wir unsere Beziehungen zur NASA nutzen und einen Teil der Fracht, darunter auch Sauerstoff, mit einem amerikanischen Frachtschiff schicken“, sagte Rogosin. „Es gibt keinen Grund zur Sorge, alles ist in Ordnung, alles ist unter Kontrolle.“