EHT-Team gewinnt Multimillionen-Dollar-Preis für Black Hole Foto

Das Team hinter dem bahnbrechenden Foto eines schwarzen Lochs hat einen riesigen Geldpreis gewonnen.

Event Horizon Telescope
Das schwarze Loch mit dem Event Horizon Telescope aufgenommen

Die Mitglieder des Event Horizon Telescope Collaboration- oder EHT-Teams wurden für ihr erstaunliches Foto eines Schwarzen Lochs mit einem mit mehreren Millionen Dollar dotierten Preis ausgezeichnet. Der Preis ist erst acht Jahre alt, aber das EHT-Team ist das jüngste in einer Reihe, das mit diesem prestigeträchtigen Preis geehrt wird.

Wie viel hat das EHT-Team gewonnen?

Das Team, dem es im April letzten Jahres gelang, das allererste Bild des Schwarzen Lochs zu erstellen, wurde mit dem 2020 Breakthrough Prize ausgezeichnet. Dieser mit 3 Millionen Dollar dotierte Preis wurde vor etwa acht Jahren ins Leben gerufen und wird von einem Team von Investoren finanziert.

Zu den Geldgebern für diesen Preis gehören Sergey Brin von Google und Mark Zuckerberg von Facebook. Dieser Preis ist in der Umgangssprache als „Oscar der Wissenschaft“ bekannt geworden.

Das Team gewann den Preis, obwohl das Bild etwas verschwommen war.  Er gilt weithin als ein wichtiger Meilenstein in der Weltraumforschung.

Die Gewinner, Das Team der Event Horizon Telescope Collaboration (EHT) wird den Preis von 3 Millionen Dollar unter sich aufteilen. Jeder der 347 beteiligten Wissenschaftler erhält einen Anteil von rund 8.600 Dollar.

Was hat die EHT getan, um den Preis zu gewinnen?

Das nun berühmte Bild, das im April dieses Jahres veröffentlicht wurde, zeigt zum ersten Mal ein supermassives Schwarzes Loch im Zentrum der Galaxie Messier 87 (Jungfrau A). Diese Galaxie ist etwa 54 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.

Diese Galaxie ist eine übergroße elliptische Galaxie im Sternbild Virgo. Die Masse des fraglichen Schwarzen Lochs wird auf etwa 6,5 Milliarden Sonnen geschätzt.

Von jedem supermassiven Schwarzen Loch ist bekannt, dass es von einem so genannten Ereignishorizont begrenzt wird. Jenseits dieses Horizonts ist die Schwerkraft so stark, dass Materie und Licht dem Schlund des Schwarzen Lochs nicht mehr entkommen können.

Dadurch entsteht ein kreisförmiger „Schatten“, aus dem kein Licht entweichen kann, sobald es den Ereignishorizont überquert hat. Außerhalb dieses Horizonts haben supermassive Schwarze Löcher etwas, das Akkretionsscheibe genannt wird.

Diese Verschmelzung von Wolken aus heißem Gas und Staub ist in der Umlaufbahn um das Schwarze Loch eingeschlossen wie Wasser, das um einen Abfluss kreist. Da kein Licht dem Schwarzen Loch ‚an sich‘ entgehen kann, sind sie in der Lage, durch die Entdeckung und Beobachtung dieser Akkretionsscheiben auf die eigene Anwesenheit zu schließen.

„Wenn sich eine Gaswolke dem Schwarzen Loch nähert, beschleunigt sie sich und heizt sich auf“, sagte Josephine Peters, Astrophysikerin an der Universität Oxford, in einem Business Insider-Artikel im Oktober.

„Es leuchtet umso heller, je schneller und heißer es wird. Schließlich nähert sich die Gaswolke so weit an, dass die Anziehungskraft des Schwarzen Lochs sie in einen dünnen Bogen spannt.

Diese Scheiben geben Radiowellen ab, die von Hochleistungsteleskopen leicht entdeckt werden können. Auf diese Weise konnten die EHT-Wissenschaftler das millionenschwere Siegerbild erzeugen.

Wie wurde das Bild aufgenommen?

Das Wissenschaftlerteam begann bereits 2006 mit der Sammlung von Informationen über Schwarze Löcher. Aufbauend auf ihrem Wissen und ihrer Erfahrung in den folgenden Jahren konnte das Team etwas versuchen, was in der Wissenschaft noch nie jemandem gelungen ist – ein Schwarzes Loch zu fotografieren.

Dazu benutzte das EHT-Team eine Reihe von 8 Teleskopen, die auf der ganzen Welt stationiert waren. Auf der Grundlage von 20 Ländern auf der ganzen Welt konnte das Team aus 60 Institutionen diese beeindruckende wissenschaftliche Leistung vollbringen.

Das Team stützte sich auf 8 Radioteleskope in der Antarktis, Chile, Mexiko, Hawaii, Arizona und Spanien. Sie nutzten auch ein Netzwerk von Atomuhren, um jedes Teleskop mit unglaublicher Präzision rund um den Globus zu synchronisieren.

Nachdem sie zwei Jahre lang auf diese Weise Daten gesammelt hatten, konnten sie ihr unglaubliches und doch unheimliches Bild zusammenstellen.

„Es fühlt sich an wie ein Blick auf die Pforten der Hölle, am Ende von Raum und Zeit“, sagte Heino Falcke, ein Mitarbeiter des Event Horizon Telescope, als das Foto im April veröffentlicht wurde.