Gentechnisch veränderte Schweine für die Gesundheit

Allein in den USA und Europa verursacht die Krankheit jährlich 2,5 Milliarden Dollar an Umsatzeinbußen.

Gentechnisch veränderte Schweine
Gentechnisch veränderte Schweine sollen eine Krankheit verhindern können

Forscher des Roslin-Instituts der Universität Edinburgh arbeiten daran, Schweine gentechnisch so zu verändern, dass sie widerstandsfähiger gegen eine der tödlichsten Tierkrankheiten sind, die es gibt, wie ein Bericht der BBC erklärt.

Die betreffende Krankheit, das Porzine Reproduktive und Respiratorische Syndrom (PRRS), wurde erstmals 1987 in den USA erkannt. Zu den Symptomen gehören Reproduktionsversagen, Lungenentzündung und eine erhöhte Anfälligkeit für bakterielle Sekundärinfektionen, und sie kann dazu führen, dass trächtige Sauen ihren Wurf verlieren.

Laut OiE verursacht die Krankheit bei Landwirten in den USA jedes Jahr Einnahmeverluste in Höhe von ca. 560 Millionen Dollar. Laut einer Pressemitteilung der Universität Edinburgh erhöht sich diese Zahl zusammen mit den Verlusten in Europa auf 2,5 Milliarden US-Dollar an entgangenen Einnahmen pro Jahr.

In derselben Erklärung heißt es auch, dass sich Impfstoffe bisher als weitgehend unwirksam gegen die Krankheit erwiesen haben, die in den meisten schweineproduzierenden Ländern endemisch ist.

Aktivisten bestreiten Behauptungen über verbesserten Tierschutz

Die Forscher aus Edinburgh hoffen, dass ihre gentechnisch veränderten Schweine bald weltweit für Landwirte verfügbar sein werden. Ihre Forschung wurde sowohl von Genus als auch vom Biotechnology and Biological Sciences Research Council gefördert.

„Die Tiergesundheit ist ein Grundpfeiler des Tierschutzes und bringt auch Vorteile für die nahrungsmittelproduzierenden Volkswirtschaften und die globale Ernährungssicherheit“, erklärt Dr. John Lonsdale, Head of Enterprise bei Edinburgh Innovations.

„Diese hochspezifische Bearbeitung der Tiere, um Krankheitsresistenz zu gewährleisten, ist das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit in Roslin, und wir freuen uns, zur Verbesserung des Tierschutzes beizutragen, indem wir diesen technologischen Durchbruch durch diese Partnerschaft mit Genus auf den Markt bringen.“

Die kontroversen Aspekte

Wie die BBC jedoch betont, argumentieren einige Tierschützer, dass die Schaffung von krankheitsresistenten Tieren die Landwirte davon abhalten wird, andere Mittel zur Vorbeugung von Krankheiten einzusetzen, wie z. B. die Verbesserung des Wohlergehens ihres Viehs.

Der Akt der gentechnischen Veränderung von Lebewesen ist schon lange ein kontroverses Thema. Allein in diesem Jahr haben Wissenschaftler über 100 Tausend gentechnisch veränderte Moskitos in Florida freigesetzt, um die Ausbreitung bestimmter Krankheiten zu reduzieren.

Auch menschliche Muskeln wurden vor kurzem von Forschern der Universität von Minnesota in Schweinen gezüchtet – ein Schritt, der dazu führen könnte, dass Organspenden von Schwein-Mensch-Chimären stammen.

Solche Maßnahmen werden typischerweise als potenziell bahnbrechende Anwendungen im Gesundheitswesen und in der Krankheitsvorbeugung angepriesen, stoßen jedoch auf den Widerstand von Tierschützern, die argumentieren, dass die Grausamkeit gegenüber den beteiligten Tieren und die möglichen schädlichen Auswirkungen auf ganze Ökosysteme den potenziellen Nutzen überwiegen.