Neue Studie zeigt, dass Krebszellen sich selbst essen, um zu überleben

Dieser Prozess wird Makropinozytose genannt und ist so gruselig, wie er klingt.

T-Zellen greifen Krebszellen an
T-Zellen greifen Krebszellen an

Krebszellen richten im Körper Verwüstung an, aber es stellt sich heraus, dass sie auch eine ziemlich gruselige Art zu überleben haben. Eine neue Studie enthüllt, dass Krebszellen sich selbst essen, um zu heilen, wenn sie geschädigt wurden.

Dieser Prozess wird Makropinozytose genannt und besteht darin, dass die Krebszellen die intakte Zellmembran über den beschädigten Bereich ziehen und das Loch versiegeln. Der beschädigte Teil der Zellmembran wird dann in kleine Kugeln zerlegt und zum „Magen“ der Zellen (den Lysosomen) transportiert. Dort werden diese beschädigten Teile von den Lysosomen abgebaut und im Wesentlichen verdaut.

„Unsere Forschung liefert sehr grundlegende Erkenntnisse darüber, wie Krebszellen überleben. In unseren Experimenten haben wir auch gezeigt, dass Krebszellen absterben, wenn der Prozess gehemmt wird, und das deutet auf Makropinozytose als Ziel für eine zukünftige Behandlung hin. Es ist eine langfristige Perspektive, aber sie ist interessant“, sagte in einer Erklärung Gruppenleiter Jesper Nylandsted vom Forschungszentrum der Dänischen Krebsgesellschaft und der Universität Kopenhagen, der die neue Forschung geleitet hat und der seit vielen Jahren untersucht, wie Krebszellen ihre Membranen reparieren.

Um die Makropinozytose zu untersuchen, schädigten die Forscher mit einem Laser die Membran der Krebszellen. Sie fanden außerdem heraus, dass die Krebszellen abstarben, wenn die Makropinozytose mit Substanzen gehemmt wurde, die die Bildung der kleinen Membrankügelchen blockierten.

Die Makropinozytose ist besonders nützlich für aggressive Krebszellen, teilweise aufgrund der Tatsache, dass die Krebszelle die Möglichkeit hat, die beschädigte Membran wiederzuverwenden, wenn sie in den Lysosomen abgebaut wird. Aggressive Krebszellen teilen sich häufig und benötigen große Mengen an Energie und Material für die neuen Zellen, und die Makropinozytose ermöglicht es ihnen, sich mit der Energie zu versorgen, die sie zum Weiterleben benötigen.

„Wir arbeiten weiter und erforschen, wie Krebszellen ihre Membranen schützen. Vor allem im Zusammenhang mit der Makropinozytose ist es auch interessant zu sehen, was nach dem Schließen der Membran passiert. Wir glauben, dass das erste Flicken ein bisschen grob ist und dass danach eine gründlichere Reparatur der Membran notwendig ist. Das kann eine weitere Schwachstelle in den Krebszellen sein und ist etwas, das wir näher untersuchen wollen“, sagt Postdoc Stine Lauritzen Sønder.

Die Studie ist in der Zeitschrift Science Advances veröffentlicht.