Asteroiden in Stadtgröße treffen die Erde häufiger als bisher angenommen

Ein neues Modell könnte Aufschluss darüber geben, welche Rolle Asteroiden in der frühen Evolution gespielt haben.

Meteoritenschauer
Große Meteoriten treffen die Erde häufiger als angenommen

Riesige Asteroideneinschläge auf der Erde könnten bis zu 10-mal häufiger stattgefunden haben als bisher angenommen, zeigt eine neue Analyse von Forschern des US-amerikanischen Southwest Research Institute.

Die Analyse zeigt, dass Asteroiden, die von der Größe einer Stadt bis zur Größe einer kleinen Provinz reichen, im Durchschnitt alle 15 Millionen Jahre zwischen 2,5 und 3,5 Milliarden Jahren einschlugen.

Laut einer Presseerklärung von der Goldschmidt Geochemistry Conference, auf der die Forschung vorgestellt wurde, untersuchen die Wissenschaftler hinter der Analyse nun, welche Auswirkungen die zusätzliche Anzahl von Einschlägen auf die Chemie der Erdoberfläche und damit auf die frühe Evolution des Lebens gehabt haben könnte.

Für die neue Analyse entwickelten die Forscher ein Impaktflussmodell und verglichen dieses mit einem statistischen Modell alter Sphärolagen-Daten, das in der wissenschaftlichen Gemeinschaft weithin akzeptiert ist.

Mit diesem Ansatz fanden sie heraus, dass aktuelle Modelle der Asteroideneinschläge während der frühen Entstehungszeit der Erde die Anzahl der Kollisionen drastisch unterschätzen.

Die neuen Daten deuten darauf hin, dass die Erde wahrscheinlich etwa alle 15 Millionen Jahre von einem Asteroiden der gleichen Größe getroffen wurde wie der, der die Dinosaurier auslöschte.

Frühe Asteroiden könnten Leben auf die Erde gebracht haben

Der Einfluss von Asteroiden auf die Chemie der Erde über Milliarden von Jahren ist ein Forschungsgebiet, das einen Einblick in den Ursprung des Lebens auf der Erde geben könnte.

Dr. Simone Marchi vom Southwest Research Institute sagte: „Ein Ergebnis, das wir untersuchen, ist der Versuch zu verstehen, ob diese Einschläge die Entwicklung des atmosphärischen Sauerstoffs beeinflusst haben könnten.“

„Wir stellen fest, dass der Sauerstoffgehalt in der Zeit der intensiven Einschläge drastisch geschwankt haben müsste“, so Marchi weiter. „Angesichts der Bedeutung des Sauerstoffs für die Entwicklung der Erde und sogar für die Entwicklung des Lebens ist sein möglicher Zusammenhang mit Kollisionen faszinierend und verdient weitere Untersuchungen. Dies ist die nächste Phase unserer Arbeit.“

Anfang dieses Jahres enthüllten Wissenschaftler die Ergebnisse der Hayabusa-1-Mission der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA), die im Jahr 2010 eine Probe von einem Asteroiden sammelte. Ihre Studie zeigte, dass die häufigste Art von Asteroiden, die zur Erde kommen, S-Typ-Asteroiden, die für das Leben essentiellen Rohkomponenten enthalten können.

Solche Erkenntnisse lassen sich auf die Erforschung der Frühzeit der Erde übertragen. Obwohl direkte Beweise für Einschläge aus so weiter Vergangenheit sehr schwer zu finden sind, deutet die neue Analyse dennoch darauf hin, dass Asteroiden einen viel größeren Einfluss auf die frühen Entstehungsjahre der Erde hatten als bisher angenommen.